Eine erste Bestandsaufnahme

Wie soll es künftig auf dem Kleinen Grasbrook aussehen? Wie wird er sich verändern?

Auf welt.de ist ein Modell zu sehen, wonach der Strukturwandeln nicht den gesamten Kleinen Grasbrook betreffen dürfte, sondern nur den nordöstlichen Teil, welcher aus zwei „Landzungen“ besteht. Die südliche, über die Sachsenbrücke zu erreichende Zunge, wird von Hansahafen, Saalehafen und Moldauhafen umgrenzt. Die nördliche, direkt an die Freihafenelbbrücke angrenzend, liegt zwischen Moldauhafen und Norderelbe. Das ist nicht ganz die Hälfte des Gebietes des Kleinen Grasbrooks, aber immerhin.

Heute war ich bei schönem Sonnenschein (wann hatten wir das dieses Jahr schon in Hamburg) dort, um eine erste Bestandsaufnahme zu machen. Aber auch wirklich nur eine allererste. Ich habe mir das Gebiet angeschaut und auf mich wirken lassen. Das ein oder andere Foto habe ich auch geschossen. Ich habe aber das Gefühl, dass große Areale des Gebietes umzäunt, also nicht so einfach zu erreichen sind. Zumindest nicht mit dem Auto.

Sei es drum. Ich werde mir was einfallen lassen müssen, um den Ist-Zustand mit der Kamera einzufangen.

Projektbeginn

Heute, am Dienstag den 12.09.2017, hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz überraschend zu einer Landespressekonferenz geladen und die Zukunftspläne für den Kleinen Grasbrook öffentlich vorgestellt.

Der Kleine Grasbrook ist ein weitestgehend brachliegender Stadtteil im östlichen Hamburger Hafen und lag früher, als es ihn noch gab, komplett im Freihafen, lag also außerhalb des deutschen Zollgebietes.

Im Zuge des Strukturwandels im Seefrachtverkehr, der dazu führte, dass immer mehr Güter, wenn immer es geht, in Containern befördert werden, wurden die alten Umschlagplätze mit ihren Lagerhallen  und Lagerschuppen im Kleinen Grasbrook mehr und mehr überflüssig. Stattdessen wurden große Containerterminals mit entsprechend ausreichend Gewässerflächen für die großen Containerschiffe benötigt. Diese sind inzwischen entstanden. Eines davon, das Containerterminal Altenwerder im westlichen Hafenbereich, ist seit 2003 in  Betrieb. Für dessen Errichtung wurden die Bewohner des dortigen ehemaligen Dorfes nach und nach umgesiedelt. Die letzten verließen den Stadtteil 1998. Fast 20 Jahre ist das jetzt her. 20 Jahre, in denen der Kleine Grasbrook als Hafengebiet immer mehr an Bedeutung verlor.

Im Rahmen Hamburgs Olympiaambitionen war das Gebiet als Areal des Olympiastadions und des Olympischen Dorfes vorgesehen. Doch die Hamburger entschieden sich (leider) gegen eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024, deren Austragungsort übrigens morgen bestimmt wird. Heute nun, einen Tag vor der Entscheidung des IOC, verkündete unser Bürgermeister seine Entscheidung (bzw. die des Senats) über die künftige Nutzung der Fläche.

Es soll Wohnfläche für 6000 Bewohner in 3000 Wohnungen entstehen, sowie Gewerberaum für bis zu 16.000 Arbeiter und Angestellte. Mit den Vorbereitungen, also dem Abriss nicht benötigter Gebäude, könne 2019 begonnen werden, bis dann in ungefähr 20 Jahren, also im Jahr 2037, alles fertig sei. Na ja, mal sehen.

In den letzten Jahren hatte ich mich schon ein wenig darüber geärgert, dass ich den Bau von Hafencity und Elbphilharmonie aus fotografischer Sicht völlig missachtet hatte. Das sollte diesmal anders werden, dachte ich mir, als ich heute im Radio die Meldung über die einberufene Landespressekonferenz hörte.

Also schritt ich zur Tat. Zunächst einmal eine neue Internetdomain eingerichtet und eine leere WordPress-Seite installiert. Jetzt sitze ich auf dem Weg nach Hause über meinem iPhone und schreibe diesen ersten Beitrag.

Mein Ziel ist es, auf diesem Blog die Entstehung eines „neuen“ Stadtteils aus meiner fotografischen Sicht zu dokumentieren. Ich weiß, das kann keine objektive Dokumentation sein. Soll es auch gar nicht! Fotografie ist nun mal subjektiv, auch wenn viele etwas anderes glauben mögen. Fotografie beruht nun mal auf Sehen, also auf Wahrnehmung. Wahrnehmung ist aber eine subjektive Sache. Und nur das, was ich wahrnehme, kann ich auch fotografieren. Und somit subjektiv dokumentieren. So einfach ist das nun mal. Die objektive Dokumentation überlasse ich anderen.

Also: Los gehts!